Holz ist ein langlebiger Werkstoff, wenn er richtig behandelt wird. Der Schutz vor Feuchtigkeit, Pilzen und Insekten begleitet das Handwerk seit Jahrhunderten. Die Methoden haben sich stark verändert – von rußigen Anstrichen bis zu modernen wasserbasierten Lasuren. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Holzschutz entwickelt hat, welche Verfahren heute üblich sind und worin sich industrielle und handwerkliche Anwendungen unterscheiden.

Holzschutz damals – einfache Mittel, große Wirkung

Früher stand nicht die Chemie, sondern Erfahrung im Vordergrund. Schreiner und Zimmerleute kannten die Schwachstellen des Holzes und setzten auf einfache, oft natürliche Mittel:

  • Teer, Öle, Wachse: Schutz durch wasserabweisende Schichten. Häufig verwendet bei Schiffen und Außenhölzern.
  • Verkohlung: In Japan wurde das Holz oberflächlich angebrannt („Shou Sugi Ban“), um es haltbarer zu machen.
  • Standortwahl: Konstruktionen wurden so gebaut, dass Regenwasser ablaufen konnte – der beste Schutz war konstruktiv.

Diese frühen Methoden waren nicht perfekt, aber sie nutzten vorhandene Ressourcen und verlängerten die Lebensdauer des Holzes erheblich.

Wie sich unbehandeltes Holz – etwa Fichte – über die Jahre verändert, zeigen wir im Beitrag „Die Fichte: Mehr als nur ein Weihnachtsbaum“

Der industrielle Holzschutz – Chemie und Effizienz

Mit Beginn der industriellen Fertigung im 20. Jahrhundert kam der chemische Holzschutz auf. Ziel war, Pilze, Insekten und Fäulnis dauerhaft zu verhindern – auch bei Massenware:

  • Druck- und Kesseldruckimprägnierung: Salze und Biozide werden tief ins Holz gepresst.
  • Lösemittelhaltige Lasuren: Lange Standard im Außenbereich, da sie tief eindringen und schnelle Trocknung bieten.
  • Industrielle Beschichtungssysteme: Mehrschichtaufbauten mit kontrollierter Schichtdicke und Trocknungszeit.

Der Vorteil liegt in der Haltbarkeit und Gleichmäßigkeit, der Nachteil im hohen Chemieeinsatz und schwieriger Entsorgung.

Der handwerkliche Holzschutz – Erfahrung statt Automatik

Im Handwerk spielt der Holzschutz eine andere Rolle. Er wird gezielt angepasst – an Holzart, Standort und Nutzung.
Typische Maßnahmen:

  • Konstruktiver Holzschutz: Abstand zum Boden, gute Belüftung, kein stehendes Wasser.
  • Oberflächenschutz: Öle, Wachse, Lasuren oder deckende Farben – manuell aufgetragen, kontrollierbar und nachpflegefähig.
  • Erhalt statt Ersatz: Nachlasieren, Nachölen, regelmäßige Kontrolle statt vollständiger Neubeschichtung.

Dieser Weg erfordert mehr Pflege, bietet aber die Möglichkeit, natürliche Materialien zu erhalten und optisch ansprechend zu halten.

Biologisch oder chemisch – zwei Wege, ein Ziel

Der Holzschutz lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen:

MethodeBeschreibungVorteileNachteile
Chemisch-industriellEinsatz von Salzen, Fungiziden, InsektizidenHohe Schutzwirkung, lange StandzeitUmweltbelastung, Entsorgungsproblem
Biologisch-handwerklichPflanzenöle, Wachse, Silikate, Leinöl, NaturharzeUmweltfreundlich, diffusionsoffenKürzere Standzeit, regelmäßige Pflege nötig

Moderne Entwicklungen

Neue Verfahren setzen zunehmend auf Nachhaltigkeit und Gesundheit:

  • Wasserbasierte Systeme ersetzen lösemittelhaltige Lacke.
  • Nanobeschichtungen bieten hydrophobe (wasserabweisende) Oberflächen.
  • Thermobehandlung (Erhitzung des Holzes auf ca. 200 °C) macht das Material widerstandsfähiger, ohne Chemikalien.

Diese Methoden zeigen, dass technischer Fortschritt und Umweltschutz kein Widerspruch sind.

Fazit

Holzschutz ist heute ein Zusammenspiel aus Technik, Erfahrung und Verantwortung.
Die industrielle Fertigung sorgt für gleichmäßige Grundbehandlung, während das Handwerk den individuellen Feinschliff übernimmt.
Ob Bioöl oder Druckimprägnierung – entscheidend bleibt, dass Holz geschützt, gepflegt und regelmäßig kontrolliert wird. Nur so bleibt es dauerhaft funktionstüchtig und ästhetisch.