Wer ein Lastenrad kauft, beschäftigt sich zunächst mit ganz anderen Dingen als mit dem Abstellplatz. Wie groß soll die Transportbox sein? Ein- oder mehrspurig? Mit oder ohne Motor? Kindertransport oder hauptsächlich Einkäufe?
Spätestens wenn das Rad zu Hause steht, kommt eine weitere Frage hinzu:
Wo stellen wir es eigentlich ab?
Ein Lastenrad lässt sich nicht einfach wie ein normales Fahrrad irgendwo dazwischenstellen. Es ist länger, je nach Bauart deutlich breiter und als E-Lastenrad auch entsprechend schwer.
Wer dafür eine Garage oder einen anderen festen Stellplatz plant, sollte deshalb nicht nur schauen, ob das Rad theoretisch hineinpasst. Im Alltag sind ein paar andere Dinge mindestens genauso wichtig.
Die Außenmaße des Lastenrads sind nur der Anfang
Bei einem normalen Fahrrad kann man sich bei der Stellplatzplanung häufig grob an Länge und Lenkerbreite orientieren. Beim Lastenrad reicht das nicht immer.
Eine Transportbox kann breiter als der Lenker sein. Ein Kinderverdeck baut nach oben auf. Dazu kommen möglicherweise Packtaschen, ein großes Schloss oder anderes Zubehör.
Und Lastenräder unterscheiden sich erheblich voneinander.
Ein einspuriges Long-John kann relativ schmal, dafür aber deutlich länger als ein normales Fahrrad sein. Mehrspurige Lastenräder benötigen dagegen wesentlich mehr Breite.
Deshalb unser erster Tipp:
Nicht nur die Maße aus dem Prospekt übernehmen, sondern das eigene Lastenrad im tatsächlich genutzten Zustand messen.
Wenn das Kinderverdeck normalerweise montiert bleibt, gehört es beim Messen dazu. Gleiches gilt für Transportbox, Spiegel, Packtaschen oder anderes fest angebrachtes Zubehör.
Innenmaß ist wichtiger als Außenmaß
Bei der Suche nach einer Lastenradgarage sollte man genau darauf achten, welche Maße angegeben werden.
Entscheidend ist nicht, wie groß die Garage außen ist, sondern wie viel Platz innen tatsächlich zur Verfügung steht.
Ein Beispiel: Ein Lastenrad mit 2,50 m Länge passt zwar rechnerisch in eine Garage mit 2,60 m nutzbarer Innentiefe. Zehn Zentimeter Reserve können beim täglichen Ein- und Ausfahren aber ziemlich knapp werden.
Das Rad muss schließlich nicht nur hineinpassen. Man möchte es auch ohne Zentimeterarbeit abstellen können.
Ein wenig Reserve ist deshalb sinnvoll.
Der oft vergessene Platz liegt vor der Garage
Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte bei der Planung – und einer, den man leicht übersieht.
Vor der Garage muss genügend Platz zum Rangieren vorhanden sein.
Steht die Garage beispielsweise direkt gegenüber einer Hecke, einer Hauswand oder einem parkenden Auto, kann die Innenfläche vollkommen ausreichend sein und das Einfahren trotzdem jeden Tag umständlich werden.
Ein langes Lastenrad braucht beim Einschwenken mehr Platz als ein normales Fahrrad. Bei einem mehrspurigen Modell kommt die größere Breite hinzu.
Unser Praxistipp
Bevor der Standort endgültig festgelegt wird, das Lastenrad dort hinstellen, wo später die Garage stehen soll.
Dann das Rad einige Male so bewegen, wie es später tatsächlich in die Garage geschoben würde.
Reicht der Platz zum Einschwenken? Kann man neben dem Rad stehen? Stört eine Hauswand, ein Zaun oder eine Hecke?
Dieser Test dauert nur wenige Minuten und zeigt ziemlich schnell, ob der geplante Standort im Alltag funktioniert.
Bei einem schweren Lastenrad wird eine Schwelle schnell lästig
Ein E-Lastenrad bringt ein beträchtliches Eigengewicht mit. Mit Transportbox, Schloss und weiterem Zubehör kommt noch einiges hinzu.
Solange das Rad rollt, lässt es sich trotzdem gut bewegen. Unangenehm wird es, wenn man es anheben muss.
Deshalb lohnt es sich, bei der Planung auch auf den Zugang zur Garage zu achten.
Bei unserer Lastenradgarage Eppendorf gibt es dafür unterschiedliche Möglichkeiten. Mit Sockelboden entsteht konstruktionsbedingt eine Schwelle. Für diese Ausführung bieten wir eine Auffahrrampe als Zubehör an, über die sich das Lastenrad leichter hinein- und herausschieben lässt.
Wer von vornherein einen schwellenlosen Zugang möchte, kann die Garage stattdessen mit dem Befestigungssatz auf einem geeigneten Untergrund montieren. Dann entfällt der Sockelboden und das Lastenrad kann ebenerdig eingefahren werden.
Welche Variante sinnvoller ist, hängt vom vorhandenen Untergrund und von der gewünschten Nutzung ab. Gerade bei einem schweren Lastenrad lohnt es sich, darüber vor der Bestellung nachzudenken und nicht erst beim täglichen Ein- und Ausfahren.
Auch die Öffnung muss zum Alltag passen
Ein weiterer Punkt wird häufig erst bei der täglichen Nutzung deutlich: Wie öffnet man die Garage, während man gleichzeitig mit einem schweren und langen Lastenrad davorsteht?
Eine große Öffnung allein ist noch keine Garantie für eine komfortable Nutzung.
Die Garage sollte sich so bedienen lassen, dass das Fahrrad nicht umständlich festgehalten, zurückgeschoben oder zur Seite gestellt werden muss.
Gerade bei einem Lastenrad lohnt es sich deshalb, den Ablauf einmal durchzugehen:
Garage öffnen – Rad hineinschieben – abstellen – Garage schließen.
Je weniger dabei rangiert oder angehoben werden muss, desto angenehmer funktioniert der Stellplatz im Alltag.
Kinderverdeck, Transportbox und Zubehör nicht vergessen
Viele Lastenräder werden nicht so abgestellt, wie sie einmal im Prospekt abgebildet waren.
Beim Kindertransport bleibt das Verdeck möglicherweise dauerhaft montiert. An anderen Rädern befinden sich Transportbox, Packtaschen oder ein großes Schloss.
Das sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Dabei muss nicht automatisch alles in der Garage untergebracht werden. Entscheidend ist vielmehr, vorher festzulegen, was dort tatsächlich bleiben soll.
Wer beispielsweise die Kinderhelme jeden Abend mit ins Haus nimmt, braucht dafür keinen zusätzlichen Stauraum. Bleiben Schloss, Regenverdeck oder anderes Zubehör dagegen beim Fahrrad, sollte auch dafür ausreichend Platz vorhanden sein.
Wetterschutz und Diebstahlschutz gehören zusammen
Gerade Lastenräder und E-Lastenräder stellen häufig einen erheblichen Wert dar. Ein geschützter Stellplatz hält nicht nur Regen und andere Witterungseinflüsse vom Fahrrad fern, sondern erschwert auch den direkten Zugriff.
Trotzdem sollte man sich nicht allein auf eine abgeschlossene Garage verlassen. Bei einem hochwertigen Fahrrad kann eine zusätzliche Sicherung sinnvoll sein.
Auch ein Blick in die Bedingungen der eigenen Fahrradversicherung lohnt sich. Je nach Versicherer können Vorgaben zur Sicherung oder zum Abstellort gelten.
Wer sich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet beim ADFC Informationen zum Schutz von Fahrrädern vor Diebstahl und zum richtigen Anschließen.
Warum wir für Lastenräder eine eigene Garage entwickelt haben
Bei normalen Fahrrädern lässt sich der vorhandene Platz teilweise durch versetztes Aufstellen oder unterschiedliche Positionen der Bodenparker besser nutzen.
Beim Lastenrad funktioniert das nur eingeschränkt. Seine Länge, die Transportbox und je nach Bauart die größere Breite bestimmen den benötigten Raum wesentlich stärker.
Deshalb haben wir mit der Zweiradgarage Eppendorf eine eigene Bauform für Lastenräder entwickelt.
Sie ist mit 280 oder 300 cm Innentiefe erhältlich. Je nach Untergrund und gewünschter Nutzung kann sie mit Sockelboden oder mit einem Befestigungssatz für einen schwellenlosen Zugang ausgeführt werden. Bei der Variante mit Sockelboden erleichtert eine optional erhältliche Auffahrrampe das Ein- und Ausfahren.
Trotzdem gilt auch hier: Nicht allein nach der Bezeichnung „Lastenradgarage“ auswählen. Das eigene Fahrrad vorher messen und den geplanten Standort einschließlich der Rangierfläche prüfen.
Zehn Minuten, die später viel ausmachen können
Wer eine Lastenradgarage plant, kann sich viele Überlegungen am Schreibtisch machen. Ein einfacher Test ist häufig hilfreicher.
Das Lastenrad am vorgesehenen Standort aufstellen. Zubehör daranlassen. Länge, Breite und Höhe messen. Anschließend ausprobieren, wie viel Platz zum Rangieren benötigt wird.
Dabei sollte man sich vier Fragen stellen:
Passt das Lastenrad mit Verdeck und Zubehör hinein?
Bleibt ausreichend Platz zum Ein- und Ausfahren?
Kann das Rad möglichst ohne Anheben bewegt werden?
Ist vor der Garage genügend Rangierfläche vorhanden?
Wer diese Fragen vor dem Kauf beantwortet, hat schon einen großen Teil der Planung erledigt.
Unser Fazit
Bei einer Lastenradgarage sind ein paar Zentimeter mehr oder weniger wichtiger, als man zunächst vermutet.
Länge und Breite des Fahrrads sind dabei nur der Ausgangspunkt. Transportbox, Kinderverdeck und Zubehör gehören genauso zur Planung wie der Zugang und ausreichend Platz vor der Garage.
Unser wichtigster Tipp ist deshalb ziemlich einfach:
Das Lastenrad vor dem Kauf am geplanten Standort aufstellen, komplett ausmessen und den späteren Weg in die Garage einmal ausprobieren.
Wer das macht, weiß anschließend wesentlich genauer, welche Innenmaße tatsächlich benötigt werden.
Und erspart sich eine unangenehme Erkenntnis nach dem Kauf: Das Lastenrad passt zwar hinein – aber nur mit viel Rangieren.




