Holzschäden werden häufig vorschnell als Schädlingsbefall eingeordnet. In der Praxis ist das selten die eigentliche Ursache. Holz reagiert auf Feuchte, Belastung und Umweltbedingungen. Insekten und Pilze treten meist erst dann auf, wenn die Rahmenbedingungen bereits falsch sind. Wer Holzschäden dauerhaft vermeiden oder richtig sanieren will, muss die Ursachen unterscheiden.
Biologische Holzschäden
Insektenbefall
Holzschädigende Insekten legen ihre Eier im Holz ab. Die Zerstörung erfolgt durch die Larven im Inneren.
Typische Anzeichen:
- Ausfluglöcher
- Bohrmehl
- Substanzverlust im Inneren
Ein Befall setzt meist erhöhte Holzfeuchte oder lange Lagerzeiten voraus. Trockenes, konstruktiv geschütztes Holz ist kaum gefährdet.
Pilzbefall
Pilze benötigen dauerhaft Feuchtigkeit. Ohne Feuchte kein Pilzbefall.
Unterscheidung:
- Bläue und Schimmel: optische und hygienische Beeinträchtigung
- Holzzerstörende Pilze: Verlust der Tragfähigkeit
Pilzbefall ist kein Materialfehler, sondern ein Feuchteproblem.
Weitere biologische Einflüsse
- Bakterien: relevant bei dauerhaft wassergetränktem Holz
- Algen und Flechten: Oberflächenbewuchs ohne strukturellen Schaden
Nicht-biologische Holzschäden
Feuchtebedingte Schäden
Holz quillt und schwindet. Die Folgen sind Risse, Verzug und offene Fugen. Das ist kein Befall, sondern physikalisches Verhalten.
Feuchtigkeit ist der zentrale Auslöser vieler Holzschäden. Wie stark Witterungseinflüsse Holz im Außenbereich belasten, hängt von Konstruktion, Holzart und Schutzmaßnahmen ab.→ Holz und Witterung
UV-Strahlung
Sonnenlicht zersetzt Lignin an der Oberfläche. Das Holz vergraut, bleibt aber tragfähig. Vergrauung ist Alterung, kein Schaden.
Chemische Einflüsse
Salze, Ammoniak oder aggressive Dämpfe können Holz zersetzen. Solche Schäden werden oft mit Fäulnis verwechselt, haben aber eine andere Ursache.
Konstruktive und mechanische Ursachen
Konstruktive Fehler
Die häufigsten Ursachen für Holzschäden:
- Staunässe
- fehlende Hinterlüftung
- Erd- oder Spritzwasserkontakt
- ungeschütztes Hirnholz
Diese Punkte entscheiden über Lebensdauer oder Schaden.
Mechanische Überlastung
Holz versagt langsam. Durchbiegungen und Setzungen entstehen über Jahre. Auch das ist kein Befall, sondern Nutzung.
Maßnahmen: Was wirklich hilft
Bei bestehendem Schaden
- Ursache klären, nicht nur Symptome behandeln
- Feuchtequellen beseitigen
- Befallenes oder geschädigtes Holz bewerten, nicht pauschal ersetzen
Vorbeugung
- Konstruktiver Holzschutz vor chemischem Holzschutz
- Geeignete Holzarten wählen
- Holz trocken halten
- Regelmäßige Sichtkontrolle
Chemischer Holzschutz kann ergänzend sinnvoll sein, ersetzt aber keine gute Konstruktion.
Fazit
Holzschäden sind selten eindimensional. Insekten und Pilze sind sichtbar, aber meist nicht die Ursache. Entscheidend sind Feuchte, Konstruktion und Nutzung. Wer Holz richtig einsetzt, schützt und versteht, vermeidet Schäden langfristig und reduziert Sanierungsaufwand auf ein Minimum.




